Vortrag: Das “Risorgimento” in Sicilia


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“Hier machen wir Italien oder wir sterben“, so lautet ein in ganz Italien bekannter Ausspruch des Nationalhelden der italienischen Einheit, Giuseppe Garibaldi. Die Einheit Italiens ging in der Tat von Sizilien aus. Das sogenannte „Risorgimento“, die nationale Erhebung, die zur Einigung des Landes führe, begann auf dieser größten Insel des Mittelmeeres. Dies ist das Thema des Vortrags „Das ‚Risorgimento‘ in Sizilien, den Mariella Costa am Mittwoch, dem 12. Februar, um 19.30 Uhr im Vortragssaal des Italienischen Kulturinstitutes hält. Zu der Veranstaltung in deutscher und italienischer Sprache laden das Kulturinstitut und das Integrationsreferat der Stadt ein. Der Eintritt ist frei.

Italiens Einheit beginnt in Sizilien: Alles fängt im Mai 1860 an, als Francesco Crispi, späterer Kammerpräsident des Königreichs Italien, Giuseppe Garibaldi dazu bringt, ein Expeditionskorps nach Sizilien zu leiten, wo nach dem Ausbruch einer revolutionären Verschwörung in Palermo bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Bewaffnete Banden haben die Kontrolle über die bäuerliche Region übernommen und es herrscht eine Atmosphäre von Chaos und Angst.

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Am 5. Mai 1860 laufen zwei Dampfschiffe, die Piemonte und die Lombardo aus dem hafen von Quarto in der Nähe von Genua aus. An Bord dieser Schiffe reisen unter Leitung von Giuseppe Garibaldi 1088 Männer und eine Frau, die im Begriff sind, italienische Geschichte zu schreiben. Der 11. Mai ist der Tag, an dem das sizilianische Abenteuer dieser Menschen beginnt, ein Abenteuer mit zahllosen Schlüsselerlebnissen: die Ausschiffung im sizilianischen Hafen Marsala, die siegreiche Schlacht mit dem Bourbonenheer in Calatafimi bis zur Eroberung der gesamten Insel. Auch Schattenseiten fehlen nicht: Die Hoffnungen der sizilianischen Bauern werden bald enttäuscht und ihr Versuch eines Aufstandes wird bei Bronte von den Garibaldi-Truppen unter Nino Bixio im Blut erstickt. Verhaftungen unter der Zivilbevölkerung und standrechtliche Erschießungen waren an der Tagesordnung. Das „Risorgimento“ in Sizilien mit seinen vielen zum Mythos gewordenen Protagonisten und all seinen Widersprüchen ist der Anfang dessen, was wir heute als „Unità d’Italia“, die Einheit Italiens, kennen. Es kennzeichnet den Übergang von der Bourbonenherrschaft zu den liberalen Regierungen des vereinten Italiens.

Mariella Costa hat Literatur-, Kultur- und Sprachwissenschaften an den Universitäten Catania und Hannover studiert. Derzeit promoviert sie zum Thema Migrationslinguistik im Fach Romanische Philologie an der Ruhr Universität Bochum. Neben der Tätigkeit als Sprachdozentin, arbeitet sie als Übersetzerin, Dolmetscherin und freie Journalistin.

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