Vom italienischen Gastarbeiter zum Ratsherrn


Die ersten Südländer kamen 1962 nach Wolfsburg – Rocco Artale war einer von ihnen

von Alexander Kohlmann

WOLFSBURG Der erste italienische Gastarbeiter kam am 17. Januar 1962 nach Wolfsburg. Der in Pescara geborene
Datenverarbeitungsoperateur Rocco Artale war wenig später in der Stadt. „1960 war eine andere Zeit“, sagt der 71-Jährige. Es gab noch nicht den großen wirtschaftlichen Boom, der in den sechziger Jahren auch Italien ergriffen hatte. „Es herrschte vor allem im Süden vielfach Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit“, aus der auch er mit der Arbeitsvermittlung nach Deutschland entfliehen wollte.

Rocco Artale - Bildquelle: Braunschweiger Zeitung

Rocco Artale – Bildquelle: Braunschweiger Zeitung

Im März 1962 kam Artale mit einer Gruppe anderer Italiener nach Wolfsburg zu Volkswagen. Von einem Tag auf den anderen „musste eine Kleinstadt mit über 1000 Menschen aus einer anderen Kultur leben“, sagt Artale. Probleme blieben nicht aus, immer wieder gab es Auseinandersetzungen mit deutschen Kneipenbesuchern, die in den Südländern eine große Konkurrenz im Werben um die Gunst der Frauen sahen.

„Ursprünglich war gar nicht geplant, die italienischen Gastarbeiter zu integrieren“, sagt Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Die ersten italienischen Menschen hätten sich zu Beginn sehr viel untereinander helfen müssen, bevor Wolfsburg zu einem Vorreiter der Integrationsbemühungen in Deutschland geworden sei. „Wir waren die erste Kommune, die ein Ausländerreferat gegründet hat.“

Etliche Italiener sind im kühlen Norden heimisch geworden. VW-Personalvorstand Horst Neumann bezeichnet die derzeit 1500 italienischen Mitarbeiter in Wolfsburg als „festen Bestandteil unserer Mitarbeiterschaft“. In der Spitze seien es 7000 gewesen, aber einige seien zurückgegangen. Glücklicherweise seien aber auch viele hiergeblieben und hätten sich teilweise bis ins Management vorgearbeitet.

Artale hat eine deutsche Frau geheiratet und es bis ins Rathaus geschafft. Seine Wurzeln hat der Ratsherr nie vergessen: „Ich bin Italiener, ich bleibe Italiener, und ich werde als Italiener sterben.“ Am Sonnabend, 21. Januar, feiert die Stadt mit „Wolfsburg, amore mio“ ein großes italienisches Fest. „Der Congress Park verwandelt sich zur italienischen Stadt“, versprechen die Veranstalter.

Quelle: Nordwest Zeitung online

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